Verspäteter Spatenstich
GEROLZHOFEN (CE). Es gibt auch noch positive Schlagzeilen in Sachen Bildungspolitik: Im Zuge der Einführung des achtstufigen Gymnasiums hatten sich die Verantwortlichen lange Gedanken gemacht, wie und wo die Schüler im Gerolzhöfer Gymnasium am Besten versorgt werden können. Heraus kam als Lösung ein neues Gebäude mit einem Bereich zur Mittagsbetreuung sowie mit Studierräumen auf dem Gelände zwischen der Kardinal-Döpfner-Schule und der Ludwig-Derleth-Realschule. Der Startschuss für den Bau fiel nun mit dem symbolischen ersten Spatenstich.
Dabei waren neben dem stellvertretenden Vorsitzenden des Zweckverbands Bayerischer Landschulheime, dem Schweinfurter Landrat Harald Leitherer, auch Vertreter des Gymnasiums Gerolzhofen und des mit dem Bau beauftragten Architekturbüros Röschert aus Würzburg zugegen. Der Leiter des Franken-Landschulheims Schloss Gaibach, Ralph Berneker, zeigte sich hoch erfreut über den baldigen Baubeginn: "Es hat zwar länger gedauert, als wir vermutet haben, aber nun freuen wir uns, dass alles gut geklappt hat."
Gerolzhofen zieht nach
Bereits im April diesen Jahres konnte in Gaibach eine mit IZBB-Mitteln (Investitionsprogramm Zukunft, Bildung und Betreuung) geförderte Caféteria in Betrieb genommen werden, so der Direktor. "Wir sind froh, dass wir jetzt am Gymnasium Gerolzhofen nachziehen können." Die ständig steigenden Schülerzahlen und das G 8 machen neue Räume dringend nötig. Das Gymnasium in Gerolzhofen allein habe 367 Schüler. Überdies würden diese zunehmend nachmittags unterrichtet. Bereits in der fünften Jahrgangsstufe verbringen die Schüler einen Nachmittag in der Schule und daher müssen die "Mittagspause in adäquaten Räumen möglich sein, in denen die Kinder eine warme Mahlzeit zu sich nehmen können und Rückzugsbereiche zum Erledigen der Hausaufgaben finden."
Auch Landrat Harald Leitherer war sichtlich froh, dass mit dem Spatenstich ein erster Schritt zur Fertigstellung des Baus getan wurde: "Wir sind heute einen großen Schritt weitergekommen und ich möchte mich für die enge Zusammenarbeit des Landkreises mit dem Zweckverband bedanken." Das Gerolzhöfer Gymnasium werde ein freistehendes Gebäude erhalten, das einen großen Raum mit einer Küche für Mittagsbetreuung beinhalte. Außerdem entstehe ein abteilbarer Silentium-Raum, in dem die Schüler ihre Studierzeit verbringen können sowie eine Terrasse. Die Gesamtbaukosten belaufen sich dabei auf rund 600 000 Euro von denen rund 85 Prozent durch eine Fördermaßnahme abgedeckt werden können, so Landrat Leitherer.
Gerolzhofens Bürgermeister Hartmut Bräuer überbrachte die Glückwünsche der Stadt für die Baumaßnahme: "Seit Jahrzehnten sind wir mit dem Gymnasium hier vor Ort gut gefahren und ich freue mich außerordentlich, dass der Landkreis Schweinfurt und der Zweckverband dies nun zusammen geschafft haben." Er sei zuversichtlich, dass sich die Schüler in der neuen Caféteria richtig stärken können, um so das nötige Rüstzeug für ihre Studierzeit zu bekommen, damit sie auch das G 8 meistern werden.
Bereits im Sommer 2005 hat sich der Zweckverband Bayerischer Landschulheime, der der Schulträger des Franken-Landschulheimes Schloss Gaibach mit seiner Außenstelle Gymnasium Gerolzhofen ist, mit dem Landkreis Schweinfurt beraten, wie die Schaffung eines Bereichs zur Mittagsbetreuung für die Schüler realisiert werden könne.
Dabei sahen sich die Verantwortlichen vor allem vor ein Problem gestellt: Der Landkreis Schweinfurt ist zwar der Eigentümer der Schulanlage, jedoch nicht der Schulträger. Die nötigen IZBB-Fördergelder erhält nur der jeweilige Schulträger, im Fall des Gerolzhöfer Gymnasiums ist dies der Zweckverband Bayerische Landschulheime. Doch auch dieses Problem konnte gelöst werden, denn der Landkreis überließ dem Zweckverband durch einen Erbbaurechtsvertrag ein Teilgrundstück, so dass der Zweckverband als Schulträger und gleichzeitiger Besitzer des Grundstücks nun die nötigen Zuschüsse beantragen konnte. Die Fertigstellung des neuen Gebäudes ist im April nächsten Jahres vorgesehen.
MAIN-POST, 02. Oktober 2006.
Von Corina Erk