vielleicht ist tatsächlich dem Einen oder Anderen beim Sommerfest oder beim Ehemaligentreffen aufgefallen, das ich in den letzten Jahren nicht mehr zugegen war, obwohl ich eigentlich immer ein Partytier war. Das hatte einen sehr guten Grund.
Als ich das letzte mal auf "unserem" Ehemaligentreffen war hatte ich das Gefühl, dass wenn man nicht ständig mit dem "harten Kern" Kontakt hält eigentlich doch ein Aussenseiter ist und gar nicht so sehr erwünscht ist !?
Dieses Treffen damals habe ich als sehr wichtig erachtet, denn zu diesem Zeitpunkt war ich sehr schwer an Krebs erkrankt und litt an massiven Depressionen. Ich hatte mich auf das Treffen und Euch alle sehr gefreut. Das Treffen wollte ich damals nutzen um mich von "meinen Freunden" zu verabschieden - ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht ob ich noch das nächste Treffen erlebe.
Na klar, ich verstehe, dass man sich gern in der Runde darstellt und erzählt wie wichtig man ist und welchen Topjob man so hat - da kamen Fragen an mich wie: "Na was hastè studiert - was hasté erreicht - boa, war die Feier bei soundso wieder mal toll - was wir alles gesoffen haben... " Möglicherweise war ich zu diesem Zeitpunkt sehr sensibel aber ich dachte ich sei unter Freunden, bei denen ich so sein kann wie ich tatsächlich bin?
Mir geht es mittlerweilen wieder gesundheitlich gut! Und ich habe auch gelernt, dass solange man sein "normales Leben" leben kann man sich einen Scheißdreck um die entscheidenden Dinge kümmert und es scheinbar normal in der deutschen Gesellschaft ist seinen eigenen Status als wichtigstes Gut zu sehen - Schade!
Ich bin die letzten Jahre um die Welt gereist und habe viele neue Eindrücke gewonnen, welche mir bei meiner persönlichen Zukunft sicher behilflich sein werden und die ich evtl. mal mit Freunden teilen möchte.
Leider habe ich das Ehemaligentreffen 2008 verpasst, da ich zu diesem Termin vermutlich noch in Korea oder Afganistan war aber ich hoffe "echte Freunde" auf dem Treffen in 2009 wiederzusehen.
"Ich liebe Euch alle"
Andy B. König
PS.
Man fängt geschickt den Maulwurf des allgemeinen Bewustseins, drückt ihm Kontaktlinsen auf die Augen, bindet Flügel an seine Pfoten, leimt Federnan seinen Schwanz und schickt ihn als Adler in die Luft. Jenseits aller Einengung ist Äußeres wie Inneres ständig frisch und neu.